Zugpferde unter sich

Auch mit E-Antrieb bleibt der Cayenne ein kompromissloser Alleskönner, der gerne mit anpackt. Zum Beispiel als starkes Zugpferd.

   

Wenn Peter Jenni gerufen wird, stehen in der Regel schwerwiegende Aufgaben an. Er ist nämlich nicht nur als Transportunternehmer tätig, er kümmert sich auch um Ordnung im Wald – zusammen mit seinen Pferden Mo und Hero. Dort, wo schwere Maschinen nicht hinkommen oder nicht hindürfen, wird das gefällte oder gefallene Holz noch per Muskelkraft aus dem Wald gezogen. Eine schweisstreibende Arbeit, die auch im Zeitalter von komplexen Maschinen noch ihre Berechtigung hat. Denn die Pferdehufe sind deutlich schonender für den Waldboden als die grossen Räder schwerer Geräte, welche den Boden verdichten.

Starkes Team:

Peter Jenni und Mo beim Holzrücken – wo auf den Zentimeter genau gearbeitet wird.

Die Holzrücker sind eine kleine Gemeinschaft in der Schweiz. «Es gibt nur sehr wenige, welche dieses Handwerk noch verrichten. Sei es im tatsächlichen Forsteinsatz oder als reines Hobby auf einem dafür aufgebauten Parcours», erklärt Jenni, der mit seinen Pferden beide Formen des Holzrückens betreibt. Für die schwere Arbeit kommen bevorzugt Kaltblüter zum Einsatz. Diese Pferderassen gelten als kräftig, nervenstark und gutmütig. Das trifft zweifellos auch auf den neunjährigen Mo zu. «Wir haben ausschliesslich Pferde der österreichischen Rasse Noriker», erklärt Peter Jenni. Die Tiere bringen 600 bis 900 kg auf die Waage und sind damit deutlich kräftiger als die meisten ihrer Artgenossen. Wer sie zum Einsatzort transportieren will, braucht deshalb nicht nur einen passenden Anhänger, sondern auch ein entsprechend leistungsfähiges Zugfahrzeug. Denn die beiden Schwergewichte und ihr Hänger bringen viele Fahrzeuge an ihre Grenzen. Nicht so den neuen Cayenne Electric: Mit einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen (mit optionalem Offroad-Paket) setzt er neue Massstäbe unter den rein elektrischen SUV.

Im Rückblick:

Ein Anhänger mit zwei Pferden ist eine perfekte Aufgabe für den starken Stromer.

Oft geübt:

Das Verladen der Pferde in den Hänger sollte Routine sein – für Pferd und Halter.

Entspannt reisen

Heute ist es Mo, der Peter Jenni in den Wald begleitet. Dass die beiden ein eingespieltes Team bilden, erkennt man auf den ersten Blick. Auf einen leisen Hinweis hin betritt der Wallach ganz selbstverständlich die Rampe und schreitet gemächlich in den Hänger.

Da nicht nur die maximale Anhängelast des Fahrzeugs ausreicht, sondern auch Stützlast und Zuladung innerhalb der zulässigen Werte liegen, kann die Fahrt ins nahegelegene Waldgebiet losgehen. Unterwegs spielt der neue Cayenne Electric die Vorzüge seines elektrischen Antriebskonzepts voll aus: volles Drehmoment schon ab der ersten Umdrehung, lineare Leistungsentfaltung und perfekte Dosierbarkeit. So zieht er Hänger und Passagiere nicht nur praktisch geräuschlos, sondern auch souverän und komfortabel. Gut so, schliesslich sollen die Tiere möglichst entspannt am Einsatzort ankommen, um dort Höchstleistungen zu erbringen. 

Gute Zusammenarbeit

Sanft und präzise wie der E-Antrieb des Cayenne Electric ist auch die Art und Weise, wie Jenni mit seinem Kaltblüter agiert: Hektik, laute Worte oder knallende Peitschen sind hier tabu. «Das Pferd wird immer die gewichtigeren Argumente haben», sagt Jenni. Zwingen kann man das kräftige Tier ohnehin nicht, also geht es um ein bewusstes Miteinander. Die Aufgabe des Fuhrmanns ist es also, das Pferd mit verständlichen Anweisungen zu lotsen und es dabei weder zu überfordern noch in Gefahr zu bringen. «Wir dürfen dabei nie vergessen, dass es sich um ein Fluchttier handelt», mahnt er. «Wir können vieles trainieren, wie zum Beispiel umfallende Bäume oder Arbeitsgeräusche. Trotzdem kann es immer passieren, dass das Pferd durch ein unbekanntes Geräusch erschrickt.» Und im Gegensatz zu schweren Maschinen gibt es hier keinen Not-Aus-Knopf. Umso wichtiger ist es, dass Fuhrmann oder Fuhrfrau und Pferd ein eingespieltes Team bilden – wie Peter Jenni und Mo. 

Widerstand vermeiden:

Der Pferde-Anhänger von Böckmann setzt auf eine aerodynamische Form.

Präzise gelotst

Ob auf dem Parcours oder im Wald: Beim Holzrücken geht es nicht in erster Linie um pure Kraft – auch wenn die zweifellos vorhanden ist. Dauerhaft kann ein Arbeitspferd rund ein Viertel seines Körpergewichtes ziehen, kurzzeitig deutlich mehr. Im Extremfall schafft ein Noriker wie der rund 850 kg schwere Mo sogar mehr als eine Tonne. Im Umgang mit so viel Masse ist aber vor allem Köpfchen gefragt, zum Beispiel um die Hebelwirkung richtig zu nutzen. Auch die Wahl der Route muss stimmen – schliesslich ist es deutlich leichter, einen Stamm bergab zu ziehen als bergauf. Was beim Cayenne Electric im Hängerbetrieb der Rangier-Assistent und die 360-Grad-Kamera erledigen, obliegt beim Holzrücken der Übersicht und Erfahrung der Fuhrleute. Und was beim SUV die elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung ist, ist hier das passende Zuggeschirr. 

Alles im Blick:

Beim Cayenne erleichtert die Elektronik das Leben. Zum Beispiel beim Ankoppeln.

Passend ausgerüstet

Nebst massiven Ketten zur Befestigung des Holzes kommen hier stabile, langlebige Geschirre zum Einsatz. «Die sind meistens aus Leder gefertigt, es gibt allerdings auch schon gute lederfreie Alternativen», sagt Jenni. Entscheidend ist das Kumt-Geschirr, an welchem dann das Waagscheit befestigt wird. Das Geschirr darf das Pferd nicht einengen, muss gleichzeitig aber gut sitzen, um die Zugkraft gleichmässig auf die Schulter des Pferdes zu übertragen. Während das Allradsystem des Porsche Cayenne Electric die Hinterachse bevorzugt und wenn nötig Kraft nach vorne schickt, arbeitet das Pferd genau andersherum: Es arbeitet vor allem aus der Schulter und unterstützt erst in zweiter Priorität mit den hinteren Hufen. 

Verdiente Pause:

Beim Holzrücken vollbringen Arbeitspferde Höchstleistungen.

Vielseitig unterwegs

Peter Jennis Pferde sind keine reinen Arbeitstiere, dafür reicht die Auftragslage im Wald nicht aus. Daher kommt Mo auch als Reitpferd zum Einsatz, darf gelegentlich Kutschen ziehen – oder auch nur auf der Weide grasen. Zudem zeigt er bei gelegentlichen Kursen für Neueinsteiger, wie Holzrücken funktioniert. Mo ist also ein echtes Multitalent – genau wie der neue Cayenne Electric: Mit seiner Offroad-Kompetenz, bis zu 642 Kilometern Reichweite, 400 kW Ladeleistung und der für Porsche typischen Fahrdynamik beweist auch er seine Vielseitigkeit in unterschiedlichsten Situationen. 

Dass ausgerechnet ein Pferd das Porsche-Wappen ziert, erscheint nach einem Tag mit Mo kaum überraschend. Das Wappentier stammt aus dem Stuttgarter Stadtwappen und erinnert an die Ursprünge der Stadt: den im 10. Jahrhundert gegründeten «Stutengarten». 

Philipp Aeberli
Philipp Aeberli

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Verbrauchsangaben

911 Carrera GTS

911 GT3

Cayenne Electric