Masterclass
Was wäre eine Christophorus-Ausgabe #419 ohne eine Geschichte über den Porsche-Diesel Master 419? Immerhin der leistungsstärkste Ackerschlepper, den Porsche in Serie produzierte – und größter Bruder einer Traktorfamilie, die längst Kultstatus erreicht hat.
„Wohl kaum ein anderer Traktorenhersteller schenkte der Gestaltung seiner Fahrzeuge so viel Aufmerksamkeit.“
Sven Bössow
Am Steuer:
Sven Bössow ist zweiter Vorsitzender des Porsche-Diesel Clubs Europa sowie erster Vorsitzender des Projekts Porsche Junior.Sven Bössow pflügt im Porsche-Klassiker über die Landstraße. Er spürt die Kraft unterm Sitz, den Wind im Gesicht – und alle Blicke auf sich. Der zweite Vorsitzende des Porsche-Diesel Clubs Europa ist mit dem Traktor unterwegs. Genauer: mit dem Porsche-Diesel Master 419.
Der Master 419 war die Spitze einer klar gegliederten Modellfamilie. Am Anfang stand der Junior – ein kompakter Einzylinder mit 14 PS. Es folgten der Standard mit zwei Zylindern und bis zu 30 PS sowie der Super mit drei Zylindern und bis zu 40 PS. Der Master schließlich – gebaut von 1960 bis 1963 – war mit seinem 50-PS-Vierzylindermotor, 2,5 Tonnen Gewicht und einem ausgeklügelten Getriebe mit acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgängen für große Flächen gemacht. Sven Bössow kennt die technischen Besonderheiten: „Zum Beispiel ermöglichte der Porsche-Diesel Hydrostop: das Anfahren ohne Kupplungspedal. Der Landwirt konnte also neben dem selbstfahrenden Traktor auf dem Feld arbeiten.“ Innovationen wie diese unterstreichen den Anspruch, der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus zu sein.
Typisch Porsche waren die luftgekühlten Motoren. Untypisch Porsche: Es handelte sich um Dieselaggregate. „Die Traktoren waren robust, wartungsarm und unempfindlich gegenüber Frost“, fasst Bössow die Gründe zusammen, warum Landwirte sie so schätzten. Alle Modelle verband außerdem ein durchdachtes Konzept: kein separater Rahmen, sondern eine verschraubte Einheit aus Motor, Getriebe und Achsen. „Das Ergebnis war eine außergewöhnliche Stabilität.“
Diese Nase!
Auch optisch hatten die Schlepper den Wow-Faktor. „Wohl kaum ein anderer Traktorenhersteller schenkte der Gestaltung seiner Fahrzeuge so viel Aufmerksamkeit“, sagt Sven Bössow und legt seine Hand auf die schnittig geformte Motorhaube. Die Ästhetik der Landmaschinen wird von Designliebhabern bis heute gefeiert. Die ansprechende Lackierung in kraftvollem Karminrot mit elfenbeinfarbigen Felgen beschert den „Rotnasen“ zusätzliche Sympathiepunkte.
Feldstudie
Schon Ende der 1930er-Jahre erhielt das Konstruktionsbüro Porsche den Auftrag, einen Schlepper zu entwickeln, doch erst 1949 wurde das Projekt wieder aufgenommen – zunächst als Lizenzproduktion durch den Landmaschinenhersteller Allgaier.
Vor 70 Jahren dann, zum 1. Januar 1956, folgte die Gründung der Porsche-Diesel GmbH in Friedrichshafen. Bis 1963 produzierte das Unternehmen 120.000 Schlepper mit dem Namen Porsche. Die waren weltweit im Einsatz und sind bis heute fester Bestandteil vieler Sammlungen.
Alles im Griff:
Der Porsche 419 verfügt über ein ausgeklügeltes Getriebe mit acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgängen.Kraftquelle
Trecker-Treck:
Sven Bössow nennt es das „rote Band der Sympathie“, wenn sich der Konvoi der Porsche-Traktoren bei Club-Ausflügen durch die Landschaft zieht.„Porsche-Diesel-Traktoren sind mehr als historische Nutzfahrzeuge. Sie sind emotionale Maschinen“, ist Sven Bössow überzeugt. „Wer sie fährt, erlebt Entschleunigung“ – und trifft auf viele lächelnde Gesichter. Genau diese Faszination verbindet die mehr als 800 Mitglieder des Porsche-Diesel Clubs Europa.
Seit 1996 widmet sich der Club dem Erhalt und der Bewegung der luftgekühlten Klassiker. Wenn Sven Bössow von den Ausfahrten erzählt, leuchten seine Augen „Wir waren mit unseren Traktoren schon am Nordkap und auf Mallorca, mal auf eigener Achse, mal auf dem Anhänger.“ Ein rotes Band zieht sich dann durch die Landschaft – begleitet von neugierigen Blicken und begeisterten Kommentaren. Bei den Treffen geht es um Technik, Restaurierung und Ersatzteile – aber vor allem um den Austausch unter Gleichgesinnten. Vom Landwirt bis zum Industrielenker finden hier alle eines: die Freude an einer Maschine, die weit mehr ist als ein Arbeitsgerät.
Red hot Schlepper:
Bei den Treffen des Porsche-Diesel Clubs Europa wird den Besuchern warm ums Herz.Macht Schule
Aus dem Porsche-Diesel Club Europa heraus entstand vor rund 20 Jahren das Projekt Porsche-Junior. Dessen Ziel: benachteiligte Jugendliche für Technik zu begeistern und sie fit für die Arbeitswelt zu machen, indem sie restaurierungsbedürftige Porsche-Traktoren instand setzen. Sven Bössow, erster Vorsitzender des Projekts, erklärt: „So entsteht nicht nur ein funktionierendes Fahrzeug, sondern auch Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und handwerkliches Können.“
In der Ruhe liegt die Kraft – und umgekehrt:
Die Entschleunigung ist Teil der Faszination. Übrigens stammt der Porsche 419, mit dem Sven Bössow hier unterwegs ist, aus dem Nachlass von Harald Stegen – dem Mann, der vor 30 Jahren den Porsche Diesel-Club Europa e.V. gegründet hat.Gemeinsam mit Partnern bringt das Projekt europaweit Bildungseinrichtungen, Traktorenbesitzer und Paten zusammen. Es stellt Fahrzeuge bereit und unterstützt bei Finanzierung und Ersatzteilbesorgung. Experten des Porsche-Diesel Clubs stehen als Ratgeber zur Seite. Bis heute erreichte das Projekt rund 3.500 Schülerinnen und Schüler, die insgesamt 135 historische Traktoren restauriert haben. Alles neue Mitglieder der großen Porsche-Diesel-Familie.
Am 18. und 19. September 2026 feiert der Porsche-Diesel Club Europa e. V. das 70. Jubiläum der beliebten roten Schlepper und sein 30. Clubjubiläum. Eines der Highlights der Jubiläumsfeier: die Dieselparade mit rund 100 Traktoren. Treffpunkt ist das Hans-Peter Porsche Traumwerk im Berchtesgadener Land. Der perfekte Ort für dieses besondere Event. Denn im Traumwerk hat Hans-Peter Porsche eine Erlebniswelt geschaffen, in der es um Leidenschaft für Technik und Innovation, um Qualität und um Liebe zum Detail geht. Mit historischem Blechspielzeug, einer riesigen Modelleisenbahnwelt und wechselnden Ausstellungen zur Geschichte von Porsche-Fahrzeugen.
Mehr über das Hans-Peter Porsche Traumwerk erfahren Sie hier.
Mehr zu den Porsche Clubs und Communitys gibt es hier.
Verbrauchsangaben
911 Carrera 4 GTS Cabriolet
911 GT3 RS
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13,2 l/100 km
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299 g/km
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G Klasse
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G Klasse
Panamera GTS
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12,7 - 12,0 l/100 km
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288 - 274 g/km
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G Klasse
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G Klasse
Taycan GTS Sport Turismo
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21,1 – 18,6 kWh/100 km
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0 g/km
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A Klasse