Auto-Kino

Hollywood und Porsche? Eine filmreife Kombination. Aber: Welche Sportwagen aus Zuffenhausen schaffen es mit ihren Kinoauftritten auf die Bestenliste von Steven Gätjen? Während wir mit ihm im Panamera durch Los Angeles cruisen, vergibt der Cineast und Filmexperte exklusiv seine persönlichen „Os-CARS“.

   

Entspannt:

Steven Gätjen genießt jede Minute im Panamera GTS.

Wenn in Los Angeles der rote Teppich für die Academy Awards ausgerollt wird, ist Steven Gätjen garantiert nicht fern. Seit 1999 berichtet er von dem Event, trifft die Stars und liefert Einblicke in die Welt des Films. Schon in der Jugend ein Kinofan – heute absoluter Experte. Am Tag nach der Preisverleihung wollten wir von ihm wissen, ob er schon zuvor ahnt, wer den Goldjungen nach Hause bringt.

„In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagt Steven Gätjen. „Es gibt den Steven, der glaubt zu wissen, wer gewinnt – und den, der sich wünscht, wer gewinnen soll.“ Über die Jahre hat er ein feines Gespür entwickelt. „Es geht nicht immer nur um die beste Leistung – denn hervorragend sind die Nominierten alle –, sondern auch ums Momentum.“ Und so täuscht sein Gefühl ihn selten: Stevens Prognosen für die diesjährigen Preisträger Jessie Buckley, Amy Madigan, Michael B. Jordan und Sean Penn trafen wieder einmal ins Schwarze. „Das war auch Glück“, betont er. Aber eben auch aufwändige Recherche und präzise Vorbereitung.

Gefragte Stars

Entsprechend intensiv ist die Woche vor den Awards. Von morgens bis abends dreht und recherchiert Steven. „Ich bereite mich sehr gut vor – auch aus Respekt vor der Leistung der Regisseure, Produzenten und Schauspieler.“ Am roten Teppich zählt dann Schnelligkeit: „Du hast nur Sekunden Zeit, um die Stars für dich zu gewinnen. Da müssen die Fragen sitzen. Für mich sind die zweieinhalb Stunden am roten Teppich wie ein Abenteuerspielplatz.“

In diesem Jahr war Gätjen ein paar Tage kürzer in Los Angeles als sonst, sein Pensum war aber enorm. Entsprechend viel war er unterwegs, fuhr von Termin zu Termin, jagte von einem Drehort zum nächsten. Umso wichtiger waren die kurzen Momente der Entspannung – und die fand er im Porsche Panamera GTS. „Ich war gefühlt ununterbrochen auf der Straße. Da war dieser Fahrkomfort natürlich sensationell. Du drückst kurz aufs Gas und bist an allen vorbei. Aber das Auto war für mich nicht nur der schnellste Weg von A nach B, sondern auch meine Ruhezone, meine Krafttankstelle.“ So verlor selbst der gefürchtete Stau der Millionenmetropole seinen Stressfaktor. „Das hat mir Energie gegeben.“

Vielen Dank an Steven ...

... für diese großartigen Filmtipps. Das nächste verregnete Wochenende dürfte damit gerettet sein. Und vielleicht regen die Empfehlungen ja dazu an, mit Ihrem Porsche Ihren eigenen Roadmovie zu drehen ….

„Ich habe mich gefühlt wie Steve McQueen. Trotz Hitzewelle in Los Angeles wollte ich die Klimaanlage gar nicht anmachen. Lieber Fenster auf und einfach cool rauslehnen.“

Steven Gätjen

Großes Kino

Auch die Details begeistern: „Dass auch der Beifahrer ein eigenes riesiges Display hat, ist sensationell – das ist nicht nur fürs Filmeschauen super, sondern er konnte sich auch ums Navi kümmern. Und ich mich nochmal mehr entspannen.“ Besonders beeindruckt war Steven Gätjen von der Ästhetik: „Der Panamera in dem dunklen Slate Grey Neo, in der kalifornischen Sonne … du fährst in die Hills, in Richtung Hollywood-Zeichen. Dann nach Venice, unter Palmen am Pazifik entlang. Das war filmreif.“

Vielleicht ist das der Grund, warum ein Porsche auf der Leinwand so gut funktioniert. Er wird selbst zum Protagonisten. „Ich hatte das Vergnügen, schon mit ganz vielen Filmstars zusammenzuarbeiten. Ein echter Star bringt Energie in einen Raum, macht alles heller. Genau das macht auch ein Porsche im Film. Er gibt ihm eine Art Gütesiegel.“

Kein Wunder also, dass Porsche-Modelle einen festen Platz in Hollywood haben. In welchen Filmen sie sich besonders hervorgetan haben, wollen wir von Steven wissen. Seine Antwort? Eine persönliche Bestenliste ...

Beste männliche Hauptrolle: Porsche 917 K
in Le Mans (1971)

Manchmal braucht ein Film nicht viele Dialoge, um sich ins kollektive Gedächtnis einzubrennen. Der 1971 veröffentlichte Rennsportstreifen Le Mans sichert sich dabei mühelos die Poleposition. Dafür fallen die Bilder umso spektakulärer aus: Beinahe dokumentarisch inszeniert Regisseur Lee H. Katzin den Mythos des Langstreckenrennens – und mit ihm den automobilen Star Porsche 917 K in der gefeierten Gulf-Lackierung. Zwischen reichlich Screentime für den legendären Porsche-Boliden, halsbrecherischen Überholmanövern und authentischen Rennfahrerritualen fällt dann doch der ein oder andere bedeutsame Satz von Hauptdarsteller Steve McQueen in der Rolle des Le-Mans-Piloten Michael Delaney: „Rennfahren ist Leben. Alles, was davor oder danach kommt, ist nur Warten.“ Steven sagt: Kein Film zum „Schnell-mal-Anschauen“, dafür einer zum Eintauchen, dessen fast epische Bilder dann umso länger nachwirken.

Film-Auslese:

In den ersten 36 Minuten von Le Mans ist von den Schauspielern um Steve McQueen tatsächlich kein einziges Wort zu hören. Was der „King of Cool“ hier gerade so aufmerksam studiert, bleibt sein Geheimnis. So viel ist sicher: Es wird wohl kaum das Textscript sein ...

Bester Nebendarsteller: Porsche 944
in Sixteen Candles (1984)

Wenn die ganze Familie den 16. Geburtstag verschwitzt, kann darüber eigentlich nur eines hinwegtrösten: Das Highschool-Sweetheart chauffiert dich stilecht im roten Porsche 944 zur romantischen Geburtstagsfeier für zwei und gesteht dir seine Liebe. So geschehen in Sixteen Candles aus dem Jahr 1984, dem ersten Film von Regisseur John Hughes. Warum das Regiedebüt des Großmeisters auf Deutsch Das darf man nur als Erwachsener heißt, bleibt ebenso geheimnisvoll wie der weitere Inhalt des Gesprächs der beiden Turteltäubchen nach dem rührenden ersten Kuss über der Geburtstagstorte. Vielleicht haucht Samantha (Molly Ringwald) ihrem Angebeteten Jake (Michael Schoeffling) ja die Frage ins Ohr, ob er sich aufgrund der ausgewogenen Gewichtsverteilung für ein Porsche-Modell mit Transaxle-System entschieden hat … Steven empfiehlt: Wer die Hughes-Klassiker The Breakfast Club und Pretty in Pink liebt, sollte auch dieses Frühwerk des Meisters gesehen haben.

Fahrt ins Glück:

In Sixteen Candles flieht Samantha nur allzu gerne mit ihrem Schwarm Jake im Porsche 944 vor der chaotischen Hochzeit ihrer Schwester.

Beste Filmmusik: Porsche 356 Speedster
in Doc Hollywood (1991)

Zugegeben: Vom charakteristischen Boxersound des Porsche 356 Speedster, Modelljahr 1956, hört man in der Opening-Credits-Szene von Doc Hollywood nicht viel. Macht aber (ausnahmsweise) nichts! Denn wie lässig Dr. Benjamin Stone (Michael J. Fox) mit offenem Verdeck und Sonnenbrille zu Chesney Hawkes’ großem Pop-Rock-Hit The One and Only Richtung Kalifornien cruist, ist ganz großes Auto-Kino für Ohren und Augen. Auch im weiteren Verlauf der 1990er-Jahre-Liebeskomödie spielt der ikonische Sportwagen eine tragende Rolle. Weil der etwas überhebliche Ben damit versehentlich einen Holzzaun umfährt, wird er zum Pflichtdienst im Krankenhaus des verschlafenen Städtchens Grady verdonnert. Dort findet der Doc – natürlich – die Frau seines Lebens und wird am Ende auch mit seiner auf Hochglanz polierten automobilen Liebe wiedervereint. Ein Happy End, wie es nur (Doc) Hollywood schreiben kann! Übrigens: Falls Ihnen die Story irgendwie bekannt vorkommt, lesen Sie gleich bei „Beste weibliche Hauptrolle“ weiter! Stevens Tipp: Perfekt für verregnete Sonntagnachmittage – mit jeder Menge Charme, Feelgood-Momenten und einem bestens aufgelegten Ensemble.

Beste Kamera: Porsche 911 Turbo (Typ 964)
in Bad Boys (1995)

Das ist mal eine Kamerafahrt! Die Leinwand ist in sandfarbenes Licht getaucht, am Himmel türmen sich wuchtige Wolken, dann ein Schwenk auf den dunklen Atlantik – bis nach kaum 30 Sekunden Film die rotierende Felge des Porsche 911 Turbo das komplette Bild ausfüllt. Vom Rad geht’s im Close-up an der Fahrzeugfront vorbei, während sich die tief stehende Sonne Miamis im schwarzen Lack spiegelt. Jetzt rast der Sportwagen unter wütendem Röhren über ein gigantisches Brückenbauwerk auf den Zuschauer zu. Good entrance, Bad Boys! In dem Buddy-Action-Streifen von 1995 bringen die Detectives Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) Gangster zum Zittern – und sich gegenseitig zur Weißglut.

Zum Beispiel, wenn Porsche-Enthusiast und Mr. Coolness himself Mike seinen Partner maßregelt, als der gerade einen Burger an Bord seines geliebten Sportwagens verspeist. Grandios! Steven findet: Wie bei vielen anderen Filmreihen ist auch hier Teil eins der absolute Glanzpunkt. Extrem cool, extrem kurzweilig – extrem empfehlenswert.

Beste weibliche Hauptrolle: Porsche 911 Carrera
(Typ 996) in Cars (2006)

Ein etwas überheblicher Typ verirrt sich in ein verschlafenes Städtchen, wo er wegen rücksichtlosen Verhaltens zum Gemeindedienst verdonnert wird – um am Ende überhaupt nicht mehr wegzuwollen. Haben Sie das nicht gerade gelesen? Unter Filmkennern gilt der Animations-Hit Cars als inoffizielles Remake von Doc Hollywood. Tatsächlich ähneln sich die Plots in weiten Teilen, wenngleich die weibliche Hauptrolle in Cars deutlich mehr Gewicht hat. Sally Carrera, ihres Zeichens ein blauer Porsche 911 Carrera, ist eine der wichtigsten Bürgerinnen der von Autos bewohnten Wüstenstadt Radiator Springs. Charmant führt sie den Protagonisten Lightning McQueen im Verlauf des Films auf den Pfad (oder besser gesagt: die Straße) der Tugend zurück und zeigt ihm den Wert von Freundschaft, Engagement und Zusammenhalt. Der riesige Erfolg von Cars und die Beliebtheit von Sally inspirierte Porsche übrigens dazu, mit dem Porsche 911 „Sally Special“ ein Einzelstück zu entwickeln, das – ganz im Sinne der Filmbotschaft – für gemeinnützige Zwecke versteigert wurde. Wirklich animierend! Steven sagt: Familienkino at its best! Hier kommen große wie kleine Autofans voll auf ihre Kosten – und die Message stimmt sowieso. 

Toller „CARakter“:

Als gute Seele von Radiator Springs erobert Motelbesitzerin Sally in Cars und den beiden Nachfolgefilmen die Herzen des Publikums im Sturm.

Beste visuelle Effekte: Porsche 911 Carrera RS 3.8 (Typ 964) in Transformers: Rise of the Beasts (2023)

„Das ist jetzt vielleicht ein bisschen viel für dich“, muss sich Hauptfigur Noah (Anthony Ramos) von Mirage anhören, nachdem dieser sich im Anschluss an eine verrückte Verfolgungsjagd von einem Porsche 911 Carrera RS 3.8 in einen laufenden, sprechenden und scherzenden Autobot verwandelt hat. Der 2023 erschienene Teil der bombastischen Transformers-Reihe fährt in Sachen Special Effects alles auf, was der CGI-Werkzeugkoffer zu bieten hat: Mirage faltet Karosserieelemente blitzschnell zu Gliedmaßen, verwirrt Verfolger mit Hologrammtäuschungen und legt sich in einer grandios choreografierten Actionsequenz wie ein Exoskelett um den Protagonisten Noah. Als Dank für die Rettungsaktion, die Mirage fast mit seinem Autobot-„Leben“ bezahlt, wird er im Epilog von Noah wieder zusammengeflickt und, Spoiler, hat natürlich schon wieder jede Menge Sprüche auf den Lippen. Steven rät: Staubsauger bereitstellen! Mehr Popcorn-Kino geht kaum. Kleine Schwächen in der Story bügelt der Production Value mühelos aus. 

Abgefahren:

Ein Porsche 911 Carrera RS 3.8 „transformt“ sich in einen beschützenden Autobot (leider nicht als Sonderausstattung erhältlich).
Thomas Brandt
Thomas Brandt
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Verbrauchsangaben

911 Carrera 4 GTS Cabriolet

911 GT3 RS

Panamera GTS

Taycan GTS Sport Turismo