Das Schweizer Porsche-Werk

Porsche Design Timepieces bezieht einen neuen Standort in Grenchen. Die neue Uhren-Manufaktur wird zum vollwertigen Porsche-Produktionsstandort in der Schweiz.

   

«Der 911 fürs Handgelenk.» So sprechen die Verantwortlichen bei Porsche Design Timepieces über ihre Kreationen. Zu Recht.

Rolf Bergmann:

Der CEO der Porsche Design Timepieces Manufaktur arbeitete an den Sportwagen aus Zuffenhausen, bevor er sich um die Sportwagen fürs Handgelenk kümmerte.

Denn zeitloses Design, kompromisslose Qualität, perfekte Funktionalität und einzigartige Langlebigkeit finden sich sowohl bei der Sportwagen-Ikone als auch bei den mechanischen Armbanduhren aus dem Hause Porsche Design. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch: Während der 911er seit 1964 im Stammwerk in Zuffenhausen vom Band läuft, gilt bei den Porsche Design Timepieces: Made in Switzerland. Und das schon seit 1972. «Hier haben wir die Uhrmacherschule, Fachkräfte und viele spezialisierte Zulieferer. Zudem passt ‹Swiss Made› perfekt zum Qualitätsanspruch von Porsche», sagt Rolf Bergmann, CEO der Porsche Design Timepieces Manufaktur. 

In den letzten zehn Jahren wurden die Porsche Design Timepieces in Solothurn gefertigt. Nun zieht die Manufaktur in Grenchen in ein neues Zuhause. Nicht in einem Neubau, sondern in einer Immobilie mit einzigartiger Historie. «Das Gebäude hat für uns eine besondere Bedeutung: Hier war früher die Firma Eterna ansässig, die für Porsche Design Uhren gefertigt hat. Ferdinand Alexander Porsche, der Schöpfer des 911, war schon in diesem Haus zu Gast. Nun haben wir es gekauft, kernsaniert und in eine hochmoderne Uhrenmanufaktur verwandelt – mit Respekt für die Vergangenheit», so Bergmann. 

Aufbereiten statt ersetzen

Die Geschichte des Hauses passt also perfekt zu Porsche Design Timepieces. Und sie machte die Neugestaltung des Gebäudes zur verantwortungsvollen Aufgabe. So blieb die Aussenhülle zwar in der Ursprungsform, innen wurde das Gebäude mit der umfangreichen Sanierung aber komplett neugestaltet, wobei einige historische Komponenten erhalten wurden. Damit behält das Gebäude trotz umfangreicher Sanierung seinen ursprünglichen Charakter. Doch bei aller Liebe zur Vergangenheit: Wenn es um die Produkte geht, gibt es für Rolf Bergmann und sein Team keine Kompromisse: «Die Uhrmacherei arbeitet in einem Reinraum nach ISO-7-Standard, mit Überdruck und fünffachem Luftwechsel, damit kein Staub eindringen kann. So sauber produzieren sonst nur wenige in der Uhrenbranche», erklärt Bergmann. Das Ganze geschieht in einer gläsernen Manufaktur, sodass Kunden und Besucher die Fertigung zukünftig live miterleben können. 

Mit Historie:

Die Manufaktur im ehemaligen Hauptsitz von Eterna.

Geprüfte Qualität

Genauso strikt wie bei der Sauberkeit in den Fertigungsräumen ist man bei Porsche Design auch in der Qualitätskontrolle. Jede Uhr wird vor der Auslieferung nicht nur auf Funktion und makelloses Äusseres geprüft, sondern auch auf Dichtigkeit. In der Entwicklungsphase wird sie im Wasser getestet, bei der Endkontrolle mit Luftdruck. Das Besondere dabei: Sämtliche Porsche Design Zeitmesser sind nicht nur statisch wasserdicht, sondern auch dynamisch. Das heisst: Auch unter Wasser können Krone und Drücker betätigt werden, ohne dass Wasser in die Uhr eindringt. «So können Sie beispielsweise ihre Zeit beim Schwimmen stoppen», meint Bergmann. Ein Detail, das zeigt, dass auch die Kleinsten von Porsche echte Porsche sind: uneingeschränkt alltagstauglich und weit mehr, als nur schön anzusehen. Das Design steht aber natürlich auch hier im Fokus. «Wenn man die Funktion einer Sache bedenkt, ergibt sich die Form meistens von allein», sagte F. A. Porsche einst. Und dieser Gedanke ist auch heute noch in allen Produkten, die unter dem Namen Porsche vertrieben werden, erkennbar. «Reflektionsfreie Gläser, klare Indizes, höchste Präzision. Genau wie beim 911, wo jedes Detail auf Performance ausgerichtet ist», unterstreicht Rolf Bergmann. 

Präzision pur:

Die Uhren werden im staubfreien Reinraum gefertigt.

Bis ins Detail:

Die Feinheiten werden erst mit der Vergrösserungs-Kamera sichtbar.

Unter Druck:

Das Gehäuse wird im Druckbehälter auf Wasserdichtigkeit geprüft.
„So sauber produzieren sonst nur wenige in der Uhrenbranche.“ Rolf Bergmann

Einzelstücke auf Bestellung

Dass es sich bei der Manufaktur in Grenchen um einen echten Porsche-Produktionsstandort handelt, wird beim Blick hinter die Kulissen deutlich. Im Vorbereitungsraum werden all die Komponenten feinsäuberlich eingelagert, aus denen die Uhrmacher jede Uhr individuell zusammenstellen. Über ein Rollenband gelangen die einzelnen Bauteile schliesslich in den Reinraum zur Montage. Uhrwerk, Gehäusekomponenten, Zifferblätter und natürlich: Farbring, Rotor in Felgen-Optik und Armbänder in zahllosen Farben aus dem Porsche-Universum. Porsche Design bietet sämtliche Originalfarben für Leder, Gärne und Lacke aus dem Porsche-Programm und kann damit zu jedem Auto das perfekte Gegenstück fürs Handgelenk kreieren. Der Fantasie sind dabei so wenig Grenzen gesetzt wie beim Porsche für die Strasse. «Jede Uhr wird individuell und nur auf Bestellung gefertigt – ähnlich wie ein 911, den der Kunde sich nach Wunsch konfiguriert. Darauf haben wir die gesamte Manufaktur ausgelegt», berichtet Bergmann.

Vorbild Auto:

Die Rotoren sind im passenden Felgen-Design erhältlich.

Vorfreude fürs Handgelenk

«Mit der neuen Manufaktur in Grenchen werden wir deutlich mehr Möglichkeiten als früher haben und so die Wartezeit für unsere Kunden verkürzen – sodass die Uhr im Idealfall vor dem Fahrzeug ausgeliefert werden kann», erklärt Bergmann weiter. Somit wird die Uhr zum Teil der Vorfreude auf den neuen Porsche. Mit dem custom-built Timepieces Programm wählt der Kunde Farben, Leder oder Ziernähte passend zu seinem Fahrzeug. Analog zum Fahrzeugkonfigurator steht dafür ein Uhrenkonfigurator bereit. Die beiden Prozesse gehen also buchstäblich Hand in Hand. Neben dem 911 ist das custom-built Timepieces Programm ab sofort auch für den neuen vollelektrischen Cayenne verfügbar. Eine Angebotserweiterung, die nicht zuletzt dank der neuen Manufaktur erst ermöglicht wurde.

Farbe nach Wahl:

Wie beim Auto sind auch hier die Kombinationsmöglichkeiten grenzenlos.

Übertragene Prinzipien

Der Umzug von Solothurn in die neue Manufaktur nach Grenchen ist für Porsche Design ein grosser Schritt: Hier finden die Uhrmacher nicht nur optimale Produktionsvoraussetzungen. Das neue Werk wird über höhere Kapazitäten verfügen und bald auch zahlreiche Möglichkeiten bieten, Erlebnisse für Kunden und Besucher zu schaffen. Auch für Rolf Bergmann bedeutet dieser Umzug viel: «Nach fast 30 Jahren bei Porsche durfte ich den dritten Produktionsstandort des Unternehmens aufbauen – neben Zuffenhausen und Leipzig jetzt Grenchen für die Uhren. Und das in einem Gebäude, in dem schon einmal Porsche Design Uhren gefertigt wurden. Damit schliesst sich für mich ein Kreis: aus der Automobilproduktion kommend, darf ich nun die Uhrmacherei nach denselben Prinzipien gestalten.» Vor diesem Hintergrund darf eine Uhr aus der Kollektion von Porsche Design erst recht als «echter Porsche» bezeichnet werden. Ohne Wenn und Aber. 

Philipp Aeberli
Philipp Aeberli

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