Zuffenhausen auf dem Weg zur Zero Impact Factory

Mit dem Porsche Taycan, dem ersten rein elektrisch angetriebenen Sportwagen von Porsche, verändern sich die Produktionsstätten in Zuffenhausen. Ziel: die Zero Impact Factory.

Illustrationen von James Dawe

0.1 DER UNSICHTBARE WALD

In den vergangenen fünf Jahren hat Porsche den CO2-Ausstoß pro produziertem Fahrzeug um mehr als 75 Prozent reduziert. Doch das ist erst der Anfang. Der Sportwagenhersteller will in Zukunft jeglichen ökologischen Fußabdruck bei der Fertigung seiner Fahrzeuge vermeiden – ein ehrgeiziges Ziel, dem das Unternehmen mit dem Produktionsstart des Taycan einen entscheidenden Schritt näherkommt. Denn der erste rein elektrisch angetriebene Porsche wird in Zuffenhausen komplett CO2-neutral gefertigt. Das gelingt durch die Nutzung von Naturstrom in der Produktion. Zudem spart Biogas jährlich Tausende Tonnen CO2-Emissionen. 42.000 Quadratmeter begrünte Dachflächen auf den neu gebauten Produktionsstätten beeinflussen das lokale Klima positiv.

Zusätzlich reduziert eine innovative Aluminiumfassade Stickstoffdioxide – dank einer speziellen Titandioxid-Beschichtung. Sie wirkt als Katalysator und spaltet bei Sonneneinstrahlung und bereits geringer Luftfeuchtigkeit aufgenommene Schadstoffpartikel in die unschädlichen Bestandteile Wasser und Nitrat. In einem ersten Pilotprojekt testet Porsche die NOx-absorbierende Hightechfassade auf einer 126 Quadratmeter großen Fläche an einem eigens für die Taycan-Produktion errichteten Gebäude. Rein rechnerisch erfüllt die Aluminiumfläche die umweltfreundliche Arbeit von zehn Bäumen. Wenn die ausgewerteten Ergebnisse den Erwartungen von Porsche entsprechen, kommt dieser Fassadentyp an weiteren Gebäudeteilen zum Einsatz. So entsteht auf dem Werksgelände eine Art unsichtbarer Hightechwald.

0.2 RUHEZONEN FÜR ANWOHNER

Lärm gehört zu jenen Umweltbelastungen, von denen sich Menschen am stärksten betroffen fühlen. Stress kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist Porsche beim Lärmschutz am Standort Zuffenhausen besonders aktiv. So entstand eine neue, rund 250 Meter lange Schallschutzwand entlang der nördlichen Grenze zum Werk 2. Sie mindert die Schallemissionen für die Anwohner erheblich, besonders die Geräuschkulisse des Logistikverkehrs. Eine weitere Lärmschutzmaßnahme betrifft die Anliefer- und Verladezone für den neuen Porsche Taycan. Weil sie sich nun innerhalb des Gebäudes befindet, geht es dort deutlich ruhiger zu.

0.3 RESSOURCEN SCHONEN

Ressourcenschonende Energienutzung wird bereits beim Lackieren der Taycan-Karosserien Realität. Regenerative Nachverbrennung (RNV) schont den Gasverbrauch für die Abluftreinigung – entsprechend weniger Energie gelangt ungenutzt an die Umwelt. Zudem lässt sich ein großer Teil der Abwärme für den Trocknungsprozess der Karosserien nutzen. In Zahlen: Die RNV spart 750.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Der Ausstoß von Kohlendioxid sinkt um mehr als 300 Tonnen.

Porsche spart bei der Produktion des Taycan auch Wasser. Kreislaufsysteme, Mehrfachverwendung sowie der sorgfältige Umgang mit Abwässern spielen künftig eine noch wichtigere Rolle. Zusätzlich ist Wasser eine Quelle zur Energiegewinnung für Porsche: Hydroenergie ermöglicht eine CO2-neutrale Stromversorgung. Der an allen Porsche-Standorten bezogene Strom stammt übrigens zu 100 Prozent aus Wasserenergie.

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 der Porsche AG

https://newsroom.porsche.com/de/geschaefts-nachhaltigkeit-bericht-2018.html

Edwin Baaske
Edwin Baaske

Sebastian Missel
Sebastian Missel

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