Gemeinsam gelebte Passion
Car-Events boomen. Sie bieten Enthusiast:innen einen festen Treffpunkt und eine analoge Plattform, um ihre automobile Leidenschaft im Kollektiv auszuleben. Die Schweiz mit ihren traumhaften Alpenpässen bietet die perfekte Kulisse für diese Community.
Ein Sonntagmorgen im Juni auf dem Grimselpass. Die Sonne wärmt den Asphalt schon früh auf und kontrastiert den angenehm kühlen Wind. Noch herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Der 2.163 Meter hohe Bergpass, der das Oberwallis mit dem Berner Oberland verbindet, ist in der Regel von Ende Mai bis Anfang Oktober geöffnet und in dieser Zeit ein wahrer Hotspot für Auto- und Motorradliebhaber:innen.
Während die kurvenreiche Strasse pure Fahrfreude verspricht, wartet auf der Passhöhe ein atemberaubendes Panorama. Für viele der zahlreichen Besucher:innen an diesem Wochenende sind das aber nicht die einzigen Gründe für die Reise auf den Grimsel. Denn der Pass verbindet nicht nur Orte, sondern vor allem Menschen. Oder genauer: Enthusiast:innen. Aus der ganzen Schweiz, teilweise auch aus dem Ausland reisen sie an. In Sportwagen, Roadstern, Oldtimern oder auf Motorrädern. Eine äusserst diverse Gesellschaft mit einer Gemeinsamkeit: der Liebe zur motorisierten Fortbewegung.
Greller Blickfang:
Der 997 GT3 R trägt den Spitznamen «Grello» zu Recht.
Pass statt Rallye:
Mit dem 911 SC fuhr Röhrl 1981 die Rallye Sanremo.«Wir wollen mit unserem neuen Pop-up-Event dahin, wo unsere Community ist.» Holger Gerrmann, CEO Porsche Schweiz AG
Ikonen am Pass
Mit Weitblick:
Die eindrucksvolle Kulisse macht den Grimselpass zum beliebten Ausflugsziel.Wer diese Route wählt, überlässt die Planung nicht dem Zufall. Die Fahrer:innen wollen ihre Begeisterung ausleben und suchen den Austausch mit Gleichgesinnten. Genau in diesen Dialog klinkt sich Porsche Schweiz mit dem neuen Konzept «ALPDRIVEN» ein. «Wir wollen mit unserem neuen Pop-up-Event dahin, wo unsere Community ist», sagt Holger Gerrmann, CEO der Porsche Schweiz AG, bei der Premiere auf dem Grimselpass. Doch was erwartet die Besucher:innen? «Wir wollten etwas für die Fans tun», sagt Gerrmann – und verspricht nicht zu viel. Sechs historische Fahrzeuge wurden aus der Museumssammlung in die Alpen verfrachtet. Darunter der legendäre 935/77, der berühmte 959 Paris-Dakar, Walter Röhrls 911 SC Gruppe 4 von der Rallye Sanremo 1981 und, nicht zu übersehen, der von Manthey Racing eingesetzte 997 GT3 RSR mit dem Spitznamen «Grello». Für Enthusiast:innen sind das mehr als genug Argumente für einen Zwischenstopp. «Das sind absolut zeitlose Ikonen, die auch heute noch begeistern», schwärmt Gerrmann. «Und gleichzeitig haben sie alle eine klare Verbindung zu den aktuellen Modellen.»
Als moderner Stellvertreter parkt der neue Cayenne Turbo Electric auf dem Grimsel. Mit einer Maximalleistung von bis zu 850 kW (1.156 PS; Cayenne Turbo Electric (WLTP)*: Stromverbrauch kombiniert: 22,5 – 20,4 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse: A) ist das SUV inmitten von gestandenen Rennlegenden das stärkste Fahrzeug – ein eindrucksvolles Zeugnis für den Fortschritt von Forschung und Technik.
Elektrische Power:
Der Cayenne Turbo Electric ist der moderne Stellvertreter unter den Rennlegenden.Offene Begegnungszone
Keine Altersfrage:
Ob Porsche aus der Neuzeit oder klassischer 356: Es geht um Freude an der Technik.Nebst den Rennsport-Legenden bringt «Alpdriven» eine komplette Infrastruktur mit: Die «Mobile Event Unit» im Porsche-Design samt Rennsimulator ist ebenso dabei wie ein Getränkestand und ein Barista-Wagen. Der Kaffee geht aufs Haus. Damit schafft die Marke eine offene Begegnungszone für alle, die sich für Autos begeistern. «Ob es sich dabei um Kund:innen, potenzielle Käufer:innen oder einfach nur um Autofans handelt, spielt keine Rolle», so Gerrmann. Fahrzeuge wolle man bei dieser Art von Präsenz nicht verkaufen. Hier geht es ausschliesslich um emotionale Werte.
Als Fan darf man zweifellos auch Philipp Fähndrich bezeichnen. Unter dem Pseudonym «ysooslow» kennen ihn mehr als 70’000 Follower auf Instagram. Er nimmt seine Community über Social Media mit auf spektakuläre Trips durch die Schweizer Alpen. Dabei steuert er die unterschiedlichsten modernen und klassischen Sportwagen. In seiner privaten Garage stehen ein Cayman GT4 sowie ein 996 Turbo. Beide Autos sind Ausdruck seiner Passion für die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen.
Einladende Begegnungszone:
Bei «ALPDRIVEN» stehen die Autos buchstäblich im Mittelpunkt, ganz ohne Schranken.
Gut versorgt:
Kaffee und erfrischende Getränke runden Events wie «ALPDRIVEN» ab.Von digital zu analog
Fähndrichs gelebte Autoliebe begeistert im Netz und weckt bei den Followern den Wunsch, das digitale Get-together in die reale Welt zu verlegen. So veranstaltet er inzwischen geführte Ausfahrten und seit 2025 auch ein eigenes Treffen für Auto-Enthusiast:innen. «2025 hatten wir rund 600 Anmeldungen für die erste Auflage von «Shift Happens», dieses Jahr waren es bereits 1.200 Fahrzeuge.» Das Event, das Ende Juni auf dem Areal des Jungfrau-Parks stattfand, macht die Teilnehmenden selbst zur Hauptattraktion. «Hier können sich Gleichgesinnte auf Augenhöhe begegnen», sagt Fähndrich, der mit seinem Team bereits die Ausgabe 2027 plant.
Im Trio:
Alvaro Bottia, Philipp Fähndrich und Livia Haefeli veranstalten «Shift Happens».
Grosse Vielfalt:
Unter den zahlreichen Teilnehmenden gibt es Autofans aller Marken.«Hier können sich Gleichgesinnte auf Augenhöhe begegnen.» Philipp Fähndrich, Veranstalter «Shift Happens»
Nur die Liebe zählt
Ob auf dem Grimselpass, bei «Shift Happens» oder zahlreichen anderen Events der Schweizer Car-Community: Die Vielfalt beeindruckt. «Es ist völlig egal, ob jemand im millionenteuren Supersportwagen oder im modifizierten Kleinwagen vorfährt», betont Fähndrich. «Die Leute begegnen sich auf diesen Treffen mit grossem Respekt und kommen über die gemeinsame Leidenschaft sofort ins Gespräch.» Angeberei oder eine Neidkultur könne er in der Szene nicht feststellen. Sehr wohl aber, dass auf Treffen dieser Art viele Freundschaften entstehen. Denn schlussendlich zählt eben nur die geteilte Freude an der Technik. «Eine schöne Passstrasse bei bestem Wetter in einem perfekt dafür gebauten Auto zu geniessen: Das ist der Kern. Und das macht letztlich auch Porsche aus», stimmt Holger Gerrmann zu, der selbst mit einem 911 Carrera 4 GTS Cabriolet auf den Pass gereist ist.
Geteilte Freude:
Dank Social Media verbreitet sich die Faszination von Events in die Welt.Die Fangemeinde wächst
Zurück zu den automobilen Ikonen auf der Passhöhe. Für Laien mag sich der Status der Exponate nicht auf den ersten Blick erschliessen. Da steht der 935/77, das ultimative Statement der Turbo-Ära in den 1970ern – eine unzähmbare Maschine, die Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans vertrat. Daneben sein legitimer Nachfahre, der 997 GT3 RSR «Grello», der die 24 Stunden am Nürburgring prägte; ohne Turbolader, aber nicht minder spektakulär im Auftritt und von den Fans innig verehrt. Oder Fahrzeuge wie der 959 Paris-Dakar und der 911 SC, welche die Rallye-Historie der Marke massgeblich prägten. Gerade der 959, als Pionier der Allradtechnik gebaut für das härteste Wüstenrennen der Welt, wirkt umringt von den schneebedeckten Gipfeln wie von einem anderen Stern – und ist dennoch genau am richtigen Ort. Weil er hier die Herzen der Fans auch 40 Jahre später noch höherschlagen lässt – und damit auch Menschen zusammenbringt. Die Freude an Design und Technik, der Ausdruck von Individualität und die Verkörperung grenzenloser Freiheit, das macht das Automobil weiterhin zu einem begehrenswerten Objekt für eine stets wachsende Community. Und genauso schnell wächst auch das Angebot an geeigneten Treffpunkten. Seien es organisierte Treffen, «Cars & Coffee»-Events, Oldtimer-Rallyes oder gemeinsame Ausfahrten – Sommer wie Winter. Die nächste Gelegenheit ist also mit Sicherheit nicht weit entfernt.
Verbrauchsangaben
911 Carrera 4 GTS Cabriolet
Cayenne Turbo Electric
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22,5 – 20,4 kWh/100 km
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0 g/km
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A Klasse