Vorteile

Die elf wichtigsten und innovativsten Bauteile im neuen Porsche Taycan.

  

265 kW
maximale Leistung des Rekuperationssystems

5,8 Millimeter
Gesamtdicke des Low-E-Glases im Dach des Taycan

0
Menge der Schweißpunkte für den Stirnwand-Querträger

Advanced Climate Control

Auf den ersten Blick sind die Luftausströmer im Taycan ein Rätsel: Es fehlen die vertrauten Lamellen. Trotzdem lassen sich die Luftströme wie gewohnt in jede gewünschte Richtung leiten. Sie setzen sich aus jeweils vier einzelnen Strömen zusammen, die sich überkreuzen. Sind sie gleich stark, strömt die Luft geradeaus in den Innenraum. Wenn nicht, setzt sich die Richtung des stärksten Stroms durch. Dieses „Advanced Climate Control“-System ist eine Weltneuheit, die mit den beiden vollautomatischen Modi „Fokus“ für eine direkte und „Diffus“ für eine zugfreie Klimatisierung sorgt. Im Modus „Individual“ kann jeder Ausströmer einzeln gesteuert werden, eigene Presets lassen sich speichern.

Fussgarage

Tiefer Schwerpunkt, höhere Fahrdynamik – dieser Logik folgt auch der Taycan. Den Effekt haben die Porsche-Entwickler nicht zuletzt den im Fahrzeug weit unten angeordneten Performancebatterien Plus zu verdanken. Somit liegt der Taycan auch mit vier oder fünf Personen an Bord wie ein Brett auf der Straße. Dass auch die Fond-Passagiere in den Genuss einer tieferen Sitzposition und von mehr Beinfreiheit kommen, ermöglicht die sogenannte Fußgarage – eine Aussparung in der Batterie im hinteren Unterboden.

Thermo-Glasdach

Der Taycan wird optional mit einem großen Panorama-Glasdach angeboten, das mit rund einem Quadratmeter Durchsichtsfläche und maximaler Kopffreiheit für ein angenehmes Raumgefühl sorgt. Ein Sonnenschutzrollo gibt es nicht, da die Thermo-Eigenschaften des Glases (IR-Schutz und Low-Emissivity-Beschichtung) die Passagiere vor grellem Licht und ermüdendem Hitzestau schützt. Das Thermoglas ist ein Alleskönner: Es filtert die UV-Strahlung komplett, reduziert die Infrarotstrahlung deutlich und hat eine hohe geräuschdämmende Wirkung. Das Neue daran ist die mehrfache Isolation und Beschichtung zum Fahrgastraum hin. Sie sorgt dafür, dass bei Wärme und bei Kälte auch in Glasnähe die Temperatur so wie im restlichen Innenraum wahrgenommen wird.

HV-Booster

Dank seiner 800-Volt-Technologie ist der Taycan dafür ausgelegt, an 350-kW-High-Performance-Stationen zu laden – und das so schnell wie kein anderes rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Die Ladezeit für fünf bis 80 Prozent SoC (State of Charge / Batterieladung) beträgt 22,5 Minuten, die maximale Ladeleistung (Peak) bis zu 270 kW. Durch den neu entwickelten HV-Booster ist es möglich, den Taycan auch an 400-Volt-DC-Ladesäulen mit bis zu 150 kW zu laden. Porsche hat es geschafft, mit einer erstmals im Automobilbereich eingesetzten Technologie eine vielfach höhere Leistungsdichte zu erzielen als mit heute üblichen DC / DC-Wandlern.

Seitenschweller

Im Mittelalter ließen Trutzburgen Gegner verzweifeln. Hatten sie eine Mauer mühsam überwunden, erwartete sie dahinter die nächste. Genau diesem Prinzip folgt der äußere Seitenschwellerbereich des Taycan. Er besteht unter der äußersten Stahlblechlage aus einem Aluminium-Wabenprofil, das die Passagiere wie eine Burg schützt. Die Fertigungsmethode: Heißes Aluminium wird durch eine hochfeste Schablone wie durch ein Sieb in eine Multi-Wabenform gedrückt. So entsteht das sogenannte Strangpressprofil für mehr Sicherheit.

Porsche Stability Management-Modul

Elektromechanischer Bremskraftverstärker

Mit Aufkommen der E-Mobilität gewinnt ein Begriff an Bedeutung: Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie während der Fahrt. Was sonst als Wärme beim Bremsen umgesetzt wird oder im Verbrenner-Schubbetrieb verpufft, lädt nun die Batterie. Bei der herkömmlichen „One Pedal“-Technik setzt die Rekuperation beim Zurücknehmen des Fahrpedals ein. Im Taycan ist das anders. Hier entscheidet der Fahrer, ob der Porsche beim Lösen des Fahrpedals maximal effizient „segelt“ und die Rekuperation erst mit dem Tritt auf die Bremse einsetzt; erst bei voll ausgeschöpfter elektrischer Bremswirkung kommt die Reibbremse dazu. Oder ob der Taycan moderat Energie rückgewinnt, sobald der Fahrer mit dem rechten Fuß „vom Gas geht“ – mit einem Gefühl wie die Motorbremse eines klassischen Verbrenners. Koordiniert wird die Rekuperation in einem bekannten Bauteil: dem Porsche Stability Management (PSM), das für die Erfordernisse der Elektromobilität aufgerüstet wurde und gemeinsam mit dem elektromechanischen Bremskraftverstärker dafür sorgt, dass der Taycan immer den gleichen Druckpunkt im Bremspedal hat, egal wie stark er gerade Energie rückgewinnt. Und das ist nicht ohne, denn das können bis zu 265 kW sein – bei jeder Bremsung. Im Alltag oder auf der Rundstrecke.

Zwei-Gang-Getriebe

Seine Kraft an die Hinterräder überträgt der Taycan über ein Zwei-Gang-Getriebe – eine Innovation bei Elektrofahrzeugen. Der erste Gang ist extrem kurz ausgelegt. Eine Radumdrehung entspricht 15 Umdrehungen der E-Maschine. So entsteht ein maximales Drehmoment für eine überragende Beschleunigung in den Modi „Sport“ und „Sport Plus“, gekoppelt mit Launch Control. Der zweite Gang dagegen ist deutlich länger übersetzt – und treibt den Taycan auf Hochgeschwindigkeit. Das Verhältnis von Rad- und Maschinenumdrehung beträgt dann nur noch eins zu acht. Der Clou der neuen Schaltbox: Zwei nacheinander öffnende und zupackende Kupplungen (eine mit Klauen, eine mit Lamellen) ermöglichen den Schaltvorgang ohne jede Zugkraftunterbrechung – ein Effekt, wie man ihn vom Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) kennt.

Stirnwandquerträger

Was kann an einem Stahlprofil schon besonders sein? Im Taycan steckt hinter dem Cockpit ein Querträger auf voller Fahrzeugbreite, der nahtlos gefertigt ist und trotzdem verschiedene Querschnitte aufweist. So etwas würde man eigentlich aus zwei Pressteilen herstellen oder biegen und dann verschweißen. Für den Taycan wird ein Rohr in heißem Zustand in eine Haltevorrichtung gelegt und von einer Form umschlossen. Dann werden ein technisches Gas sowie Wasser mit Druck in das hohle Stahlprofil gepumpt. Es dehnt sich aus und nimmt die Form der umgebenden Schale an. Vorteile: weniger Arbeitsschritte in der Produktion bei höherer Stabilität des Bauteils.

Ladeanschluss und Hochvoltverkabelung

Flexibilität ist alles. Die Ladedose gibt es beim Taycan gleich zweimal – einmal auf der Fahrerseite für AC- und auf der Beifahrerseite für AC- und DC-Laden. Versteckt ist die Ladedose jeweils im Kotflügel vorne rechts und links hinter einer Ladeklappe. Diese gibt es im Taycan Turbo optional und im Taycan Turbo S serienmäßig als elektrische Ladeklappe.

Stator mit Hairpin-Technologie

Jede Elektromaschine besteht aus einem drehenden Rotor und einem festen, nicht beweglichen Stator mit gewickeltem, isoliertem Kupferdraht. Bisher gleichen solche Wicklungen eher wüst aufgerollten Kabeltrommeln. Bei der Hairpin-Technologie von Porsche geht es geordnet zu. Dünne Kupferprofilstränge, die an Haarnadeln erinnern, fügen sich zu praktisch lückenlosen Wicklungen. Das Ergebnis ist ein kompakter E-Motor mit weniger Gewicht sowie ein stark erhöhter Kupferanteil im Stator – und damit eine verbesserte Wärmeableitung und ein höherer Wirkungsgrad für mehr Reichweite und dauerhafte Leistung.

Verbrauchsangaben

Porsche Taycan Turbo
Stromverbrauch kombiniert: 26,0 kWh/100 km;
CO2-Emission kombiniert: 0 g/km

Porsche Taycan Turbo S
Stromverbrauch kombiniert: 26,9 kWh/100 km;
CO2-Emission kombiniert: 0 g/km

Thorsten Elbrigmann
Thorsten Elbrigmann

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